Poetry Slam: Krieg

Krieg – als Dichtung oder als Wahrheit?
Szenische Lesung – eine Art Poetry Slam

Sonntag, 12. Juni 2022, 19 Uhr
Sendlinger Kulturschmiede e.V., München, Daiserstraße 22

mit Autor Herbert Beesten (Magdeburg) und dem Textzüchter Jan-Eike Hornauer (München)

Was kann und will man im Krieg sehen: die Helden oder die Antihelden?

In einer Art Poetry Slam prallen die Positionen aufeinander.

Rainer Maria Rilke und der bei Magdeburg geborene Dichter Edlef Köppen stellen sich 1919 einem fiktiven Münchener Dichterwettstreit: Rilkes „Cornet“ gegen Köppens „Heeresbericht“.

Was ist die Wahrheit, was Fake? Welche Bedeutung hat die Literatur dabei?

Im Mittelpunkt dieser szenischen Lesung steht ein fiktiver Dichterwettkampf in München im Jahr 1919, zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Die unterschiedlichen literarischen Herangehensweisen und Verarbeitungen von Kriegserlebnissen zweier Schriftsteller stehen sich gegenüber: Der Schriftsteller Edlef Köppen veröffentlichte 1930 seinen Roman „Heeresbericht“ mit der Schilderung seiner erschreckenden Erlebnisse im Ersten Weltkrieg. Der aus Österreich-Ungarn stammende Rainer Maria Rilke verfasste 1899 seine Erzählung „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“, 1912 im Inselverlag erschienen, in der sein Alter Ego zwischen Glorifizierung des Heldentodes und Angst vor dem Sterben schwanken lässt. Hier die noch frischen persönlichen Erfahrungen des 1. Weltkrieges im „Heeresbericht“ von Edlef Köppen in dem literarischen Genre der Neuen Sachlichkeit, dort Rainer Maria Rilkes „Cornet“, mit seiner historisierenden lyrischen Erzählung aus der Zeit des sogenannten Türkenkrieges (1663 – 1664), fordern Fragen beim Zuschauer, am Ende eine Entscheidung: „Was willst du hören?“

Die beiden Dichter hätten sich, wie in der Geschichte beschrieben, tatsächlich im E-Werk an der Isar im Juni des Jahres 1919 treffen können, beide waren zu dem Zeitpunkt in München. Haben sie sich getroffen?