Dampflokomotiven

aus München-Sendling

Dr. Reiner Borretty
mit einer typischen Lok aus Sendling
Do 14. März 2024, 19 Uhr Vortrag mit Diskussion
Der Vortrag ist eine Wiederauflage der Veranstaltung vom 2.12.2023

Ausstellung mit Bildern, Plakaten, Modellen
am
Sa 16.3., So 17.3., Mi 20.3., Do 21.3. und am Fr 22.3.
jeweils von 17 – 20 Uhr
Daiserstraße 22, München-Sendling
Eintritt, wie immer bei uns, frei

Wo jetzt in Sendling an der Lindwurmstraße das Berufsschulzentrum steht, befand sich von 1872 bis ca. 1924 das zweite Werk der Firma Krauss & Comp. Die Fabrik war auf kleine Serien und Einzelstücke von Dampflokomotiven spezialisiert; der Vortrag zeigt auf, wie das beherrscht wurde. Georg Krauß stieß viele Bahnprojekte an und sorgte so auch für Aufträge ans Sendlinger Werk. Die Ausstellung wird anhand von Modellen teilweise bis heute dort verkehrende Züge darstellen. Weiteres Beispiel sind die Lokomotiven der Münchner Dampftrambahn vom Stiglmaierplatz nach Nymphenburg und die Chiemseebahn. Wie Krauss den weltweiten Export erzielte, zeigen Vortrag und Ausstellung anhand von Bildern und Urkunden (Faksimiles) auf. Arbeiter von Krauss gründeten 1886 den äußerst erfolgreichen Konsumverein Sendling-München. Die Belegschaft in Sendling hatte aber auch einen wesentlichen Anteil am Kampf für den 8-Stunden-Arbeitstag, die Anerkennung von Betriebsräten und die Mitbestimmung; der Vortrag bringt hier detaillierte Informationen.

Appetizer zum Vortrag von Reiner Borretty


Die Landwührden, die erste Lok von Krauss&Cie. von 1867, wies bereits das „System Krauss“ auf:
den tiefliegenden Wasserkasten zwischen den Achsen.

Die Firma war zu Recht stolz auf ihre Patente!

Die Kohlenschaufel war immer dabei

Krauss baute in Sendling eine große Vielfalt zweiachsiger Bau- und Feldbahnlokomotiven aller Spurweiten. Diese Lok für die münchner Bauunternehmung Leonhard Moll von 1903 war klein, aber nicht die kleinste. Leistung: 20 PS, Masse 5.600 kg, Geschwindigkeit: 15 km/h

Die Münchner Dampfstraßenbahn, 1883 – 1900 vom Stiglmaierplatz nach Nymphenburg, wurde ebenso von Loks aus Sendling gezogen wie die Chiemseebahn. Diese verkehrt bis heute jeden Sommer mit den sendlinger Maschinen.

Solche Liliput-Dampfloks waren eine Spezialität des sendlinger Werkes. Das Bild zeigt den Einsatz auf dem münchner Messegelände (Theresienhöhe) bei der Deutschen Verkehrsausstellung 1925. Einige solche Lokomotiven sind bis heute in Betrieb.

Georg Krauss fuhr 1867 mit seiner Lok „Landwührden“ eigenhändig von München zur Pariser Weltausstellung, wo er für diese Lok die große goldene Medaille erhielt. Eine extreme Fahrt; zur Beleuchtung hatte die Lok nur diese Petroleumlampen.  Leistung 252 PS, Höchstgeschwindigkeit 60 km/h.

Der sendlinger Bahnhof München-Süd im Jahr 2003. Gesehen von der Tumblinger Straße. Von diesem Bahnhof ging ein Gleis direkt in das Lokomotivwerk von Kauss & Cie. Heute seht auf diesem Gelände eine Berufsschule und das Kulturzentrum „Luise“. Foto: Franz Will